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Training as Vehicle to Employment (TVE): Rundbrief No. 3, Oktober 2007

Lieber Leser,

Willkommen zum dritten internationalen Newsletter des EU-weiten Projekts „Training as Vehicle to Employment“ (TVE) – Barrierefrei vom Studium in den Beruf. Das Projekt wird in Deutschland vom Zentrum für Selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZSL Bad Kreuznach e.V.) koordiniert. Informationen zum ZSL Bad Kreuznach finden Sie unter www.zsl-bad-kreuznach.org.

Das TVE-Projekt ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt und beschäftigt sich mit Praktikums- und Traineeprogrammen vor allem in Regierungsbehörden und staatlichen Unternehmen. Wir haben uns zwei wesentliche Ziele gesetzt:

1. Wir wollen Ausbildungsprogramme im öffentlichen Sektor fördern und sie für Menschen mit Behinderungen zugänglich machen.
2. Wir erstellen eine Datenbank, in der barrierefreie Trainee- und Praktikumsplätze aufgelistet werden.

Neben Deutschland nehmen Irland, Lettland, Finnland, Griechenland, Spanien, Schweden, Polen und Bulgarien an diesem Projekt teil. Aktuelle Informationen finden Sie auf der internationalen Webseite unseres Projekts unter www.independentliving.org/training.

Das TVE-Projekt auf der „Disability Conference“ in Athen

Nicoletta Zoannos, transnationale Koordinatorin des Projekts „Training as Vehicle to Employment“, wurde von der athenischen Bezirksverwaltung eingeladen das TVE-Projekt, seine Ziele und Methoden auf einer Konferenz in Athen am 22. Oktober diesen Jahres vorzustellen. Die Konferenz befasste sich mit den unterschiedlichen Aspekten des Themas Behinderung auf dem Arbeitsmarkt.

Interessante Statistiken

Oft liest man über die Beschäftigungslücke zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen. Laut dem Jährlichen Statusbericht zum Thema Behinderung von 2005 beträgt diese Lücke in den Vereinigten Staaten 40,3 Prozentpunkte. Allerdings gibt es nur wenige Informationen über Menschen mit Behinderungen, die nicht arbeiten.

In den USA gaben im Jahre 2005 6,4% der Menschen mit Behinderungen im arbeitsfähigen Alter (das entspricht 1,4 Millionen Menschen) an, dass sie zwar nicht arbeiteten, aber aktiv auf Jobsuche wären. Fast die Hälfte dieser Menschen gab an eine körperliche Behinderung zu haben; 62,1% hätten gearbeitet innerhalb der letzten 12 Monaten; 71,8% hätten einen Highschool- oder einen höheren Bildungsabschluss; 24,7% waren zwischen 44 und 54 Jahre alt; 7,1% erhielten im vorangegangenen Jahr Leistungen eines staatlichen Programms (Supplemental Security Income-SSI); und 7,3% bezogen Leistungen vom OASDI-Programm (Old Age, Survivors, and Disability Insurance).

Diese und andere interessante vergleichende Statistiken über Menschen mit und ohne Behinderungen in den USA können auf der Website www.DisabilityStatistics.org nachgelesen werden.

Für Deutschland existieren ähnliche Erhebungen. Wer Statistiken mag und damit umgehen kann, wird auf den Internetseiten der Arbeitsagentur http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/ interessante Quellen zur Arbeitsmarktsituation finden.

Auch die Webseiten der Integrationsämter www.integrationsaemter.de liefern viele wichtige Daten und Fakten.

Hier einige Eckdaten:
Zu Beginn des Jahres 2006 gab es in Deutschland etwa 6,7 Mio. schwerbehinderte Menschen (das sind mehr als 8% der Gesamtbevölkerung), davon waren 3 Mio. im erwerbsfähigen Alter, wobei davon nur etwa 1 Mio. dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung standen. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit belief sich die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen im Jahre 2005 auf 18% (das entspricht etwa 194.000 Menschen) im Vergleich zu einer Gesamtarbeitslosenquote in Deutschland von 11,7%. Die für die USA beschriebene Beschäftigungslücke taucht auch in den Statistiken für Deutschland auf. Während die gesamtdeutsche Erwerbsquote 2006 bei 73,7% lag, beträgt die Erwerbsquote schwerbehinderter Menschen lediglich 36,4%.

Aber Statistiken transportieren auch positive Entwicklungen, so steigt die absolute Zahl der beschäftigten Schwerbehinderten seit Jahren an und die durchschnittliche Dauer ihrer Arbeitslosigkeit sinkt.

In diesem Sinne verabschieden wir uns bis zum nächsten Newsletter unseres Projekts „Training as Vehicle to Employment“, der im November 2007 erscheinen wird.

Mit freundlichen Grüßen,
Hubert Bernard, Projektkoordinator,
ZSL Bad Kreuznach e.V.



Training as Vehicle to Employment, TVE, was a two year project that started in January 2006 and ended in December 2007.